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Der Kodak Effekt der medizinischen Versorgung

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Vom Film zur Fotografie, vom Molekül zum Signal

Hätte Kodak die digitale Welle rechtzeitig geritten, wäre die Geschichte anders verlaufen. Die Medizin steht heute an einem ähnlichen Kipppunkt: Künstliche Intelligenz, Mini-Sensorik und bioelektronische/ frequenzbasierte Verfahren verändern Diagnostik und Therapie – weg von „one size fits all“, hin zu präzisen, daten- und signalgesteuerten Interventionen.

  • Digitaltherapeutika (DTx) sind längst Realität: In Deutschland können Ärzt:innen Apps verordnen; sie werden über das DiGA-Modell erstattet und auf Wirksamkeit geprüft. BMGBfArM

  • Evidenzbasierte Frequenz-/Signalmedizin gibt es in regulierter Form seit Jahren: Transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist z. B. seit 2008 in den USA für Depression zugelassen. U.S. Food and Drug Administration+1

  • Bioelektronische Medizin moduliert Nervenbahnen gezielt – als „Electroceutical“ statt Pharmakon. Große Allianzen zwischen Pharma und Tech treiben das Feld. Feinstein InstituteGalvani Bioelectronics

2) Was genau kommt neu hinzu?

Daten & AlgorithmenKI erkennt Muster, steuert Therapien adaptiv und personalisiert – von der Schlaf-CBT-App bis zum Closed-Loop-Stimulator. In Europa gilt: KI im Gesundheitswesen zählt als High-Risk und unterliegt strengen Qualitäts-, Daten- und Aufsichtspflichten. Das schützt Patient:innen und zwingt Anbieter zu sauberer Evidenz. Public HealthEuropas digitale Zukunft

Digitale Therapien mit EvidenzNICE empfiehlt z. B. Sleepio als kostensparende Option für Insomnie – nicht als Gadget, sondern als medizinische Intervention mit Nutzennachweis. NICE+1

Signal-/Frequenzmedizin in der VersorgungVon TMS über Vagusnerv-Stimulation bis hin zu aufkommenden implantierbaren/ nicht-invasiven Systemen: Das Spektrum reicht von etabliert bis experimentell – der Trend ist klar: gezielte Neuromodulation ergänzt klassische Pharmakologie. U.S. Food and Drug Administration

3) Was bedeutet das für die Ausbildung der Mediziner:innen?

Die nächste Generation braucht zusätzlich zu Anatomie & Pharmakologie:

  • Signalphysiologie & Neuromodulation: Grundlagen elektrischer/ magnetischer Stimulation, Dosimetrie, Indikationen, Kontraindikationen.

  • Klinische Datenwissenschaft: Studiendesign für DTx/Signaltherapien, Real-World-Evidence, Bias-Kontrolle, kausale Inferenz.

  • Regulatory Literacy: EU-MDR/IVDR + EU-AI-Act (Risikoklassen, Datenqualität, Human Oversight, Transparenz). Public Health

  • Interoperabilität & Sicherheit: Medizinische Schnittstellen, Cybersicherheit, Datenschutz by Design.

  • Shared Decision Making: Motivation, Adhärenz, digitale Gesundheitskompetenz von Patient:innen.

4) Was heißt das für Pharma?

  • Produktportfolio: Von „Pille“ zu Hybrid-Lösungen (Pharmakon + Algorithmus + Device).

  • F&E-Kompetenzen: Elektronik, Embedded-Software, Firmware-Sicherheit, Telemetrie, Cloud-Evidenzplattformen.

  • Partnerschaften: Pharma + Big-Tech/ Med-Tech (Beispiel: Galvani Bioelectronics – GSK & Verily). Galvani Bioelectronics

  • Studienlogik: Kombinierte Endpunkte (klinisch + digital), laufende Wirksamkeits-Updates aus Real-World-Daten statt nur einmaliger Zulassungsstudie.

5) Was heißt das für Apotheken?

Die Apotheke wird zum Knotenpunkt für hybride Versorgung:

  • DTx-Begleitung: Einweisung, Adhärenz-Coaching, Outcomes-Check – analog zur AMTS, nur digital. (DiGA verordnet der/die Ärzt:in; Beratung & Integration können vor Ort passieren.) BfArM

  • Geräte- & Sensor-Services: ECG-Patches, Schlaf-/HRV-Tracking, Einpassen, Kalibrierung, Datenschutz-Aufklärung.

  • Signal-Therapie-Ökosysteme: Beratung zu evidenzbasierten Neuromodulations-Anwendungen (z. B. TMS-Überweisungswege, Heimanwendungen mit Zulassung), inkl. Interaktionen mit Medikamenten. U.S. Food and Drug Administration

6) Regulierung: Leitplanken statt Bremse

Europa schafft mit DiGA und dem EU-AI-Act ein Rahmenwerk, das Innovation ermöglicht und Patientenschutz ernst nimmt: schnelle, aber evidenzbasierte Einführung; hohe Anforderungen an Datenqualität, Transparenz und menschliche Aufsicht. BMGPublic Health

7) Wirk-Reality-Check

  • Was bleibt? Klassische Pharmakologie, Chirurgie, Psychotherapie – unverzichtbar.

  • Was kommt dazu? Daten-/Signal-Interventionen, die molekulare Therapien ergänzen oder in Teilbereichen ersetzen – dort, wo Evidenz, Sicherheit und Nutzen belegt sind.

  • Was braucht es? Interdisziplinäre Teams, neue Curricula – und eine Kultur, die Neues prüft, statt es reflexhaft abzuwerten.

8) Überblick: Heute vs. in 5–10 Jahren

Feld

Heute

In 5–10 Jahren (wahrscheinlich)

Therapieformen

Dominanz pharmakologischer Interventionen

Hybrid: Molekül + Algorithmus + (Neuro-)Stimulations-Signal

Evidenz

RCTs + Leitlinien

Kontinuierliche Evidenz aus Real-World-Daten; adaptive Leitlinien

Rolle der Apotheke

Abgabe & Beratung zu Arzneien

DTx-/Device-Onboarding, Monitoring-Services, Datenkompetenz

Skills Ärzt:innen

Pharmakologie, Bildgebung

+ Signalphysiologie, Datenanalyse, Regulatory-Know-how (EU-AI-Act) Public Health

Industrie

Pharma dominiert

Pharma x Tech-Allianzen; Bioelektronik & DTx als Standard-Bausteine Galvani Bioelectronics

9) Was du als Slow-Aging-Berater heute tun kannst

  1. Evidenz sortieren: Klare Abgrenzung zwischen etablierter Neuromodulation (z. B. TMS) und experimentellen Frequenz-/Informationsansätzen – Transparenz schafft Vertrauen. U.S. Food and Drug Administration

  2. Outcome-Messung: HRV, Schlaf- und Aktivitätsmarker strukturiert tracken; Effekte werden so objektivierbar.

  3. Kooperationen: Mit Ärzt:innen, Apotheken und DTx-Anbietern gemeinsame Betreuungs-Pfadwege bauen (Onboarding, Adhärenz, Datenfeedback).

  4. Regulatory-Fit: Beratungsangebote entlang von DiGA-/EU-AI-Act-Leitplanken gestalten – seriös, sicher, skalierbar. BMGPublic Health

Fazit

Die Frage ist nicht ob KI, Digitaltherapie und bioelektronische Verfahren die Medizin verändern – sondern wie schnell wir die richtigen Kompetenzen aufbauen. Wer heute in Signalen, Daten und Evidenz denkt, wird morgen nicht wie Kodak überrascht.

 
 
 

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